Transparenz-Register Tausende Gruppen und Organisationen wie zum Beispiel NROs und Think-Tanks sowie Unternehmen, Wirtschaftsverbände und Bürgerplattformen versuchen, Einfluss auf die von der Europäischen Union ausgearbeiteten Gesetze zu nehmen. Ihr Ziel: die EU-Institutionen bei der Ausarbeitung politischer Maßnahmen zu unterstützen, die den Bedürfnissen und Anforderungen der Gesellschaft eziehungsweise des von ihnen vertretenen Berufsstands, Tätigkeitsbereichs oder Unternehmens entsprechen. Das ist ein legitimer und notwendiger Teil des demokratischen Entscheidungsfindungsprozesses. Alle sollten diesen Prozess einsehen können und dabei mitreden dürfen. Das Europäische Parlament, der Rat und die Kommission setzen sich gemeinsam für transparente und ethisch vertretbare Lobbyarbeit ein, damit dieser Prozess nachvollziehbarer wird. Das Transparenz-Register zeigt die auf EU-Ebene vertretenen Interessen auf. Es ist eine öffentliche Online-Datenbank, in die sich Interessengruppen eintragen und erklären, wer sie sind, welche politischen Maßnahmen sie beeinflussen möchten, wie sie finanziert werden und wie viel sie für Lobbyarbeit ausgeben. Seit 2021 ist die Registrierung faktisch verpflichtend für alle Interessenvertreter und vertreterinnen mit direktem Kontakt zu EU-Institutionen. Beispielsweise können nur registrierte Interessenvertreter und vertreterinnen EU-Einrichtungen betreten, um mit Parlamentsmitgliedern, Kommissar*innen und Bediensteten zu sprechen oder sich Expertengremien anzuschließen. Darunter fallen auch Besprechungen und Veranstaltungen, einschließlich Videokonferenzen, die zum Entscheidungsprozess beitragen. 26 00:01:55,239 --> 00:02:00,359 Alle registrierten Interessenvertreter*innen unterliegen einem Verhaltenskodex. Sie legen in einer offiziellen EU-Sprache ein Online-Profil über ihre Lobbyaktivitäten an und müssen diese Informationen korrekt und aktuell halten. Organisationen werden vor der Aufnahme geprüft und können bis zu zwei Jahre lang aus der Datenbank entfernt werden, wenn sie gegen den Verhaltenskodex verstoßen. Mehr als zehn Jahre nach seiner Einrichtung beinhaltet das erste interinstitutionelle Transparenz-Register mehr als 12.000 Interessenvertreter und vertreterinnen. Das Transparenz-Register sorgt für bessere Kontrolle der Lobbyarbeit, sowohl bezüglich der Lobbyisten als auch der beteiligten Parlamentsmitglieder und Bediensteten.  Die so erzielte Transparenz sorgt für ausgewogene Vertretung und verhindert ungebührlichen Druck oder privilegierten Zugang zu Informationen und Entscheidungsträger und trägerinnen. Und die Öffentlichkeit weiß, wer alles an der politischen Entscheidungsfindung beteiligt ist. Heute ist das Transparenz-Register ein verlässliches Instrument für eine stärkere und offenere europäische Demokratie.